Rad und Kanuurlaub Sommer 2008
Mit dem Rad in 3 Tagen von Budapest über Esztergom und Komárom nach Györ und mit dem Kanu in 3 Tagen von
Mosonmagyaróvár über Hédervar nach Györ
Schnell waren wir uns einig: Reisen mit Laszlo ist Reisen mit Sprungtuch und erlaubt einer bunten Truppe wie uns die Erkundung eines Landes
per Rad und Kanu. Denn so vielfältig wie das Land war die Zusammensetzung unserer Reisegruppe. So unterschiedlich wie unsere Interessen in der
Freizeit so unterschiedlich die konditionelle Ausstattung unserer Teilnehmerinnen - und dennoch hatten wir das Ziel: gemeinsam Ungarn entlang
der Donau zu erobern. So unkompliziert die Vorbereitungen im Vorfeld per Mail gingen so unkompliziert war die Reise selbst. 6 Tage wollten
wir reisen - mit dem Rad und mit dem Kanu - mehr wussten wir nicht. Den Vorschlag 3 Tage von Budapest aus nach Györ entlang der Donau zu
radeln und dann von Mosonmagyaróvár abwärts mit dem Kanu auf der kleinen Donau nach Györ haben wir angenommen - eine Ahnung von Ungarn hatten
wir so oder so keine. Das Gepäck sollte transportiert werden und alles weitere organisiert - da hatte wirklich niemand was dagegen und dass
dieser Service unsere Reise so entspannt sein ließ, das haben wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt.
Als es am Montag Vormittag losgehen sollte, goss es in Strömen - die erste Prüfung für unsere Gruppe. Wir verschoben den Start auf Mittag.
Nachdem uns Laszlo zugesichert hatte, uns jederzeit unterwegs mit dem Auto aufzusammeln, waren auch die Zögerlichen unter uns mit am Start.
Wir übernahmen die Räder und eine Portion Zuversicht und los ging es am Parlament vorbei raus aus Budapest und immer am Wasser entlang.
Ein Gewitter am Nachmittag zerstörte die Idylle und unsere Moral - nass bis auf die Unterhose haben wir Schutz in einem kleinen Restaurant
gefunden. Die Erste streikte bei der Vorstellung weitere 15 Kilometer zu radeln und manch einer war ihr dafür dankbar. Ein Sms zu Laszlo und
das Hungarovelo-Taxi tauchte in einer halben Stunde auf. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass dies zum täglichen Ritual gehören
würde. Am nächsten Tag lachte die Sonne, die körperliche Anstrengung hatte aber bei ungeübten Radfahrerinnen bereits Spuren hinterlassen.
60 Kilometer waren für das Sitzfleisch einfach zuviel. So wurde es zum Ritual, dass die einen am Nachmittag von Laszlo eingesammelt wurden,
um dann schon in die Therme zu gehen, um ihre Wunden zu pflegen, während die anderen sich eher noch dem Wettkampf auf dem Rad stellten.
Zwei Tage sind wir auf der slowakischen Seite geradelt - eine andere Welt. In Györ gönnten wir uns einen Tag Pause bevor uns Laszlo nach
Mosonmagyaróvár fuhr und wir vom Rad aufs Kanu wechselten. Nach einer kurzen Einführung ging es los - 3 Tage paddelten wir täglich fast 6
Stunden. Oft ließen wir uns einfach treiben auf der kleinen Donau, begleitet von unzähligen Enten. Kormoranen und Graureiher folgten uns.
So glitten wir voran, machten ab und an Pause in einer kleinen Bar am Ufer, packten unser Picknick aus auf Wiesen und genossen die unendliche
Ruhe. Laszlo erwartete uns am Nachmittag an verabredeter Landestelle, fuhr uns zur Pension und dann noch als Bonbon zur nächst gelegenen
Therme, wo wir unseren Körper in heißen Quellen entspannen konnten. Abends auf der Terrasse im Restaurant ließen wir uns die ungarische
Küche schmecken!
7 Tage reichen nicht um ein Land zu erobern - aber um einen Endruck zu gewinnen alle mal. Diese Reise bleibt uns in guter Erinnerung.
Es gibt Wünsche, die wir nicht kannten und die in Erfüllung gingen. Eine Reiseorganisation- und begleitung, die unsere Vorstellungen übertraf.
Wir werden wieder reisen - aber wo werden wir wieder von Anfang bis Ende so charmant empfangen und begleitet?
Anke Wiest
                   
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